Bier in der Champagne?

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Durchaus kein Wiederspruch wie eine Abordnung der Feuerwehr Harsefeld festgestellt hat.

 

Denn für einen Besuch in einer der berühmtesten Weinanbaugebiete Frankreichs hatten die Feuerwehrleute aus Harsefeld einige kleine Fässchen des Gerstensaftes im Gepäck. Ziel war die Harsefelder Partnerstadt Asfeld.
Bei der Feier zum 50-jährigen Jubiläum der Partnerschaft im vergangenen Jahr in Harsefeld hatten sich die beiden Feuerwehren abgesprochen und den Nationalfeiertag 14. Juli 2017 als Termin festgelegt. Seit April bereiteten sich die Teilnehmer mit einem Französisch- Kurs im Gerätehaus auf den Besuch vor. Als Präsente gingen mit auf die Reise: Ein Fotobuch mit Erinnerungen der beiden Feuerwehren aus den Jahren 1968 bis heute. Eine Eichenbank mit einer Inschrift in der Rückenlehne, sowie Präsentkörbe für die Gastfamilien.
Aufgrund der Einladung zum Nationalfeiertag nahmen die Feuerwehrleute auch Uniformen und Standarte mit.
Einige von uns waren das erste Mal dabei und berichteten von gemischten Gefühlen im Vorfeld: Wohnen bei Gastfamilien, ungewohnt. Wie funktioniert die Verständigung? Sind Sympathien vorhanden?--- Alle waren sehr überwältigt von der herzlichen Gastfreundschaft der französischen Familien. Aussagen wie: „Du bist hier jetzt zu Hause“ ließen die Anspannungen sofort abfallen. Die Gastfamilien gaben sich alle Mühe, um uns einen tollen Aufenthalt zu bieten.
Bei der Ankunft in Asfeld am Donnerstag war am Gerätehaus ein Empfang vorbereitet, mit Begrüßung, Übergabe von Geschenken, gemeinsames Grillen und natürlich einer Getränkeprobe mit Köstlichkeiten der Region.
Auch bei der Sprache gab es laut Aussage der „Neulinge“ keine größeren Probleme: Einige Brocken deutsch, französisch, englisch und mit Händen und Füßen. Jeder war wissbegierig und neugierig auf den Anderen und so gab es bei der „Völkerverständigung“ keine Probleme. Der 14. Juli - der Französische Nationalfeiertag - begann für uns und Gastgeber mit der Teilnahme an der Zeremonie im Nachbarort Saint Germainmont. Dort nahmen alle am traditionellen Umzug in Uniform, mit Standarten und Musik zum Ehrenmal teil. Am Ehrenmal wurden Ansprachen gehalten und es folgte die Kranzniederlegung. Im Anschluss die Einladung durch die Bürgermeisterin in die Festhalle des Rathauses. Nach einem Umtrunk kehrten die Delegationen nach Asfeld zurück.
Für uns ging es, nach einem ausgiebigen Mittagessen in den Familien, auf dem Rathausplatz mit den Feierlichkeiten zum Nationalfeiertag weiter. In Frankreich ist die Feuerwehr historisch sehr eng mit dem Militär verknüpft – in Paris und Marseille ist sie sogar eine Einheit des Militärs - und so ist es üblich an diesem Tag ebenfalls Beförderungen und Auszeichnungen vorzunehmen. Auch einige Kameraden der Asfelder Feuerwehr wurden befördert und ausgezeichnet. Im Auftrag des Bürgermeisters und des Kommandanten durften diese Auszeichnungen auch von zwei Harsefelder Kameraden überreicht werden, was für den ehemaligen Gemeindebrandmeister Wilfried Lühring und dem ehemaligen Ortsbrandmeister Hans-Heinrich Wohlers aber auch für uns alle eine große Ehre darstellte.
In einer abschließenden französisch-deutschen Einsatzübung stellte sich für die Feuerwehrleute eine technische Hilfeleistung in Form eines Verkehrsunfalls dar. Totale Begeisterung herrschte bei den Zuschauern über die gute Zusammenarbeit und dass Hand in Hand arbeiten der beiden Feuerwehren.
In einem Zelt auf dem Rathausplatz gab es ein gemeinsames Abendessen. Auch hier erhielten wir wieder neue Eindrücke der Gastfreundschaft und Einblicke in die Esskultur unserer Gastgeber. Die Hauptmalzeit ist meistens am Abend und dauert durchaus auch
mal zwei, drei Stunden. Glücklich sind alle, wenn sie viel Zeit miteinander verbringen
können.
Ein Laternenumzug für die Kinder.--- Kinder sind in Frankreich übrigens immer dabei.---
Gegen halb zwölf gab es dann noch das große Feuerwehrwerk, welches vom stellv. Bürgermeister von Asfeld – Sylvain Camus -, der auch zertifizierter Feuerwerker ist, inszeniert wurde. Ein toller und gelungener Nationalfeiertag, an dem wir teilnehmen durften. Vielen Dank.
Für den kommenden Tag hatten sich die Gastgeber ein tolles Programm ausgedacht. Früh morgens ging es nach Paris mit dem Besuch im Headquarter der Pariser Feuerwehr mit Besuch des eigenen Feuerwehrmuseums. 8000 Feuerwehrleute rücken alle 63 Sekunden irgendwo in Paris zu einem Einsatz aus. Es sind dann rd. 1.300 Einsätze am Tag! oder rd. 500.000 Einsätze im Jahr.
Der Besuch des Eifelturmes in Paris, sowie eine kleine Stadtrundfahrt gehörten ebenfalls zum Besuch. Abschließend konnten wir uns noch das Kanalsystem der Pariser Unterwelt ansehen und bekamen dies ausführlich erklärt. Aber eine „kleine Duftnote“ aus dem 2000 km langen Netz durfte es schon sein. Ein toller Tag, den wir so schnell nicht vergessen werden. Auch hierfür vielen Dank!
Am Abend in der Scheune von Didier Fleury, natürlich wieder ein gemeinsames Essen und als Überraschung : Bier aus Deutschland. Wir stellten fest: Unser Bier wird auch in der Champagne gern getrunken! Der letzte Abend in großer Runde und mit vielen Gesprächen.
– Unvergesslich -
Eine neue Feuerwehrgeneration ist in beiden Ländern herangewachsen. Keine Vorurteile aus der Vergangenheit trüben Gespräche. Die jungen Asfelder sind wissbegierig für alles was Deutschland betrifft. Neue Freundschaften sind entstanden. Freundschaften, die gefestigt werden wollen. Bei der Sprache versprechen beide Seiten nachzubessern.
Herzlich Willkommen Feuerwehr Asfeld zum 125-jährigen Jubiläum 2018 in Harsefeld.

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